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Erbkrankheiten beim Hund

Erbkrankheiten

Erbkrankheiten beim Hund sind genetische Störungen oder Krankheiten, die durch Veränderungen im Erbgut des Hundes verursacht werden. Diese Veränderungen können entweder spontan auftreten oder von den Elterntieren vererbt werden. Es gibt verschiedene Arten von Erbkrankheiten beim Hund, und sie können sich in unterschiedlicher Weise manifestieren.

Erbkrankheiten können bei Hunden in verschiedenen Formen auftreten, darunter monogenetische Erkrankungen, polygenetische Erkrankungen und komplexe Erkrankungen. 

Monogenetische Erkrankungen

Bei monogenetischen Erkrankungen liegt die Veränderung oder Mutation in einem einzigen Gen vor. Ein bekanntes Beispiel ist die Hämophilie, bei der ein Defekt im Gen für die Blutgerinnung vorliegt. Diese Art von Erbkrankheit wird in der Regel autosomal rezessiv vererbt, was bedeutet, dass beide Elternteile das mutierte Gen tragen müssen, um die Krankheit zu vererben. 

Polygenetische Erkrankungen

Polygenetische Erkrankungen entstehen durch das Zusammenspiel mehrerer Gene, die gemeinsam das Krankheitsrisiko beeinflussen. Ein Beispiel hierfür ist die Hüftgelenksdysplasie, eine Erkrankung, die zu einer Fehlbildung des Hüftgelenks führt. Es gibt mehrere Gene, die das Risiko für Hüftgelenksdysplasie beeinflussen können, und auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. 

Komplexe Erkrankungen

Komplexe Erkrankungen sind multifaktorielle Erkrankungen, bei denen sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Ein Beispiel hierfür ist die allergische Dermatitis, bei der sowohl genetische Veranlagung als auch Exposition gegenüber bestimmten Allergenen eine Rolle spielen. Die Identifizierung und Diagnose von Erbkrankheiten beim Hund erfordert in der Regel genetische Tests, klinische Untersuchungen und eine sorgfältige Analyse der Familienanamnese. Die Zucht von Hunden mit erblichen Krankheiten sollte vermieden werden, um die Verbreitung dieser Erkrankungen in der Population zu reduzieren. Veterinärmediziner und Züchter arbeiten zusammen, um genetische Tests zu entwickeln und Zuchtstrategien zu implementieren, um das Auftreten von Erbkrankheiten zu minimieren und die Gesundheit der Hunderassen zu verbessern.  

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Welche Erbkrankheiten kann ein Hund bekommen?

Es gibt viele Erbkrankheiten bei Hunden, die auf verschiedene Weise vererbt werden können, wie autosomal rezessiv, autosomal dominant, X-chromosomal rezessiv oder mitochondrial. Einige Beispiele für Erbkrankheiten bei Hunden sind:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Eine degenerative Erkrankung der Hüftgelenke, die durch eine genetische Veranlagung und Umweltfaktoren ausgelöst wird. Es kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
        
  • Progressive Retinaatrophie (PRA): Eine degenerative Augenerkrankung, die zur Erblindung führen kann. Es gibt verschiedene Formen von PRA, die durch verschiedene Gene verursacht werden.

  • Degenerative Myelopathie (DM): Eine neurodegenerative Erkrankung des Rückenmarks, die zu Schwäche und Lähmungen der Hinterbeine führen kan    

  • Mitralklappeninsuffizienz (MMVD): Eine degenerative Erkrankung der Herzklappen, die dazu führen kann, dass das Herz nicht mehr richtig funktioniert und es zu Herzversagen kommen kann.

  • Cystinurie: Eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Hunde Schwierigkeiten haben, Cystin, eine Aminosäure, auszuscheiden. Dies kann zu Harnsteinen und Harnwegserkrankungen führen.

Züchter und Tierärzte sollten die Vererbung von Erbkrankheiten verstehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um das Risiko für das Auftreten von Erbkrankheiten bei Welpen zu minimieren. Das umfasst die sorgfältige Auswahl der Elterntiere, Gentests und die Beratung der Käufer von Welpen.

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Diagnose von Erbkrankheiten

Die Diagnose von Erbkrankheiten beim Hund erfordert in der Regel eine umfassende Untersuchung, die verschiedene Schritte umfasst. Hier ist eine ausführliche Beschreibung des Diagnoseprozesses:

  • Anamnese: Der Tierarzt wird zunächst eine gründliche Anamnese durchführen, bei der der Hundehalter nach möglichen genetischen Erkrankungen in der Ahnentafel des Hundes gefragt wird. Informationen über frühere Krankheiten, Symptome oder bekannte genetische Erkrankungen in der Familie können helfen, den Verdacht auf eine bestimmte Erbkrankheit zu lenken.
        
  • Körperliche Untersuchung: Der Tierarzt wird den Hund einer gründlichen körperlichen Untersuchung unterziehen, um nach klinischen Anzeichen oder Symptomen zu suchen, die auf eine Erbkrankheit hinweisen könnten. Dies kann die Überprüfung der Gelenke, Organe, Hautveränderungen, neurologische Tests und andere spezifische Untersuchungen umfassen, je nach vermuteter Erkrankung.

  • Genetische Tests: Bei Verdacht auf eine spezifische Erbkrankheit können genetische Tests durchgeführt werden, um das Vorhandensein von Genmutationen oder -veränderungen zu bestätigen. Diese Tests können Blutproben, Wangenabstriche oder andere geeignete Gewebeproben des Hundes erfordern. Es gibt eine Vielzahl von genetischen Tests, die spezifisch für verschiedene Erbkrankheiten entwickelt wurden..

  • Bildgebende Verfahren: Je nach Verdacht auf eine Erbkrankheit können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Ultraschall, CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) eingesetzt werden, um strukturelle Anomalien im Körper des Hundes zu erkennen. Diese können bei der Diagnose bestimmter Erkrankungen, wie beispielsweise Hüftgelenksdysplasie oder Augenkrankheiten, hilfreich sein.

  • Pathologische Untersuchungen: In einigen Fällen kann eine Gewebeprobe (Biopsie) erforderlich sein, um eine definitive Diagnose zu stellen. Dies kann bei Verdacht auf bestimmte genetische oder angeborene Erkrankungen notwendig sein, bei denen die Veränderungen auf zellulärer oder molekularer Ebene analysiert werden müssen. 

  • Konsultation von Fachspezialisten: Bei komplexen oder seltenen Erbkrankheiten kann es notwendig sein, einen Fachspezialisten oder Tiergenetiker zu Rate zu ziehen. Diese Experten haben spezifisches Fachwissen und Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von genetischen Erkrankungen beim Hund.

Die Diagnose von Erbkrankheiten beim Hund erfordert oft eine Kombination aus verschiedenen Untersuchungen und Tests. Sobald eine genaue Diagnose gestellt wurde, kann ein Tierarzt oder Tiergenetiker den Hundehalter über Behandlungsmöglichkeiten, Prognose und präventive Maßnahmen informieren, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder zu verhindern.

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Therapie von Erbkrankheiten

Die Therapie von Erbkrankheiten beim Hund umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentöser Behandlung, symptomatischer Therapie und unterstützenden Maßnahmen. Das Ziel besteht darin, die Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern. Je nach Erkrankung können auch spezielle Diäten, chirurgische Eingriffe oder physiotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz kommen. Die genaue Therapie richtet sich nach der jeweiligen Erbkrankheit und sollte in Absprache mit einem Tierarzt festgelegt werden.

Die Therapie von Erbkrankheiten beim Hund hängt von der spezifischen Erkrankung, ihrer Schwere und den Symptomen ab. Hier ist eine ausführliche Beschreibung der Therapiemöglichkeiten:

Symptomatische Behandlung

In einigen Fällen konzentriert sich die Therapie darauf, die Symptome der Erbkrankheit zu lindern und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern. Dies kann die Verabreichung von Medikamenten zur Schmerzlinderung, zur Kontrolle von Entzündungen oder zur Behandlung von Begleiterscheinungen beinhalten. Ein Beispiel hierfür ist die Verabreichung von nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAIDs) bei Hunden mit Gelenkerkrankungen wie Hüftgelenksdysplasie.

Diätetische Anpassungen

In einigen Fällen kann eine spezielle Diät die Symptome einer Erbkrankheit verbessern oder das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Bei bestimmten Stoffwechselstörungen, wie beispielsweise einer Unverträglichkeit gegenüber besten Nahrungsmitteln, kann die Vermeidung dieser Substanzen in der Nahrung helfen, Symptome zu reduzieren oder zu verhindern. Ein Tierarzt kann eine geeignete Diät empfehlen, die den spezifischen Bedürfnissen des betroffenen Hundes entspricht.

Medikamentöse Behandlung

In einigen Fällen können Medikamente eingesetzt werden, um die Auswirkungen der Erbkrankheit zu kontrollieren oder zu reduzieren. Dies kann die Verabreichung von Medikamenten zur Verringerung von Entzündungen, zur Regulierung von Stoffwechselprozessen oder zur Verbesserung der neuronalen Funktion umfassen. Die Auswahl der Medikamente hängt von der spezifischen Erkrankung ab und sollte in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen.

Chirurgische Eingriffe

In bestimmten Fällen kann eine chirurgische Intervention erforderlich sein, um strukturelle Anomalien zu korrigieren oder Komplikationen der Erbkrankheit zu behandeln. Dies kann die Entfernung von Tumoren, die Korrektur von Fehlbildungen oder die Stabilisierung von Gelenken umfassen. Chirurgische Eingriffe sollten von einem erfahrenen Tierchirurgen durchgeführt werden und erfordern in der Regel eine gründliche Voruntersuchung.

Supportive Therapien

Ergänzend zur medizinischen Behandlung können supportive Therapien eingesetzt werden, um die Lebensqualität des Hundes zu verbessern. Dies kann Physiotherapie, Hydrotherapie, Akupunktur oder alternative Therapien umfassen, die dazu beitragen können, Schmerzen zu lindern, die Mobilität zu verbessern oder das Wohlbefinden des Hundes zu steigern. Solche Therapien sollten mit einem Tierarzt abgestimmt werden.  Wenden Sie sich an Fachleute, die über das entsprechende Fachwissen verfügen.

Pflege des Hundes der an Epilepsie erkrankt ist

Die Pflege eines Hundes, der an Epilepsie erkrankt ist, erfordert eine sorgfältige und einfühlsame Betreuung seitens des Hundehalters. Hier ist eine ausführliche Beschreibung der Pflegemaßnahmen:

  • Die regelmäßige und korrekte Verabreichung von antiepileptischen Medikamenten ist entscheidend, um die Anfallshäufigkeit und -intensität zu reduzieren. Der Hundehalter sollte die vom Tierarzt verschriebenen Medikamente genau nach Anweisung verabreichen. Es ist wichtig, die Dosierung und den Zeitplan einzuhalten und bei Bedarf den Tierarzt zu konsultieren. Eine gute Möglichkeit, die Medikamenteneinnahme zu überwachen, ist die Führung eines Medikamententagebuchs.
        
  • Treffen Sie möglichst anfallsvorbeugende Maßnahmen. Bestimmte Auslöser können Anfälle bei Hunden mit Epilepsie provozieren. Der Hundehalter sollte versuchen, potenzielle Auslöser wie Stress, übermäßige körperliche Anstrengung, unregelmäßige Mahlzeiten oder Reizüberflutung zu minimieren. Ein ruhiger und stabiler Tagesablauf sowie eine ausgewogene Ernährung können helfen, Anfälle zu reduzieren

  • Während eines Anfalls ist der Hund gefährdet und kann sich verletzen. Sie sollten unbedingt eine sichere Umgebung für den Hund zu schaffen, indem scharfe Gegenstände, Möbelkanten oder Treppen abgesichert werden. Polsterungen in der Nähe von potenziellen Sturzstellen können Verletzungen minimieren. Während eines Anfalls sollte der Hund nicht festgehalten oder berührt werden, da dies zu Verletzungen führen kann. Der Hundehalter sollte ruhig bleiben und den Anfall beobachten, um Informationen für den Tierarzt zu sammeln    

  • Der Hund mit Epilepsie sollte regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt erhalten, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und die Medikamentendosierung gegebenenfalls anzupassen. Der Tierarzt kann auch zusätzliche Empfehlungen zur Pflege geben und Fragen des Hundehalters beantworten.

  • Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um die allgemeine Gesundheit des Hundes zu fördern. Der Hundehalter sollte hochwertiges Hundefutter wählen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Die Bewegung des Hundes sollte angemessen sein und in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen, um Überanstrengung zu vermeiden.

  • Das Führen eines Anfallstagebuchs kann hilfreich sein, um die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Anfälle zu verfolgen. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Symptome jedes Anfalls. Dies kann dem Tierarzt wertvolle Informationen liefern und bei der Überwachung des Krankheitsverlaufs unterstützen.

  • Vermeiden Sie Stress für den Hund. Stress kann Anfälle bei Hunden mit Epilepsie auslösen oder verschlimmern. Versuchen Sie, eine ruhige und stabile Umgebung für Ihren Hund zu schaffen. Minimieren Sie laute Geräusche, Hektik und andere stressige Situationen.   Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf können ebenfalls zur Stressreduktion beitragen.

  • Es kann hilfreich sein, sich einer Epilepsiegruppe anzuschließen, um Unterstützung zu erhalten. 

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